Viele Effizienzpotenziale im Gebäudebestand bleiben ungenutzt, weil belastbare Betriebsdaten fehlen. Der Beitrag erläutert, warum Transparenz über den tatsächlichen Anlagenbetrieb zur Grundlage der Wärmewende wird und welche Rolle digitale Infrastruktur dabei spielt.
Zwischen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit: Datengestützte Strategien für die Wohnungswirtschaft. Online-Podiumsdiskussion im Rahmen der Berliner Energietage. Sehen Sie jetzt die Aufzeichnung an.
Viele Heizsysteme im Bestand arbeiten mit falsch eingestellten Heizkennlinien – das kostet Energie und senkt die Wirkung anderer Optimierungsmaßnahmen. Beitrag 3 unserer Serie zeigt, wie sich auf Basis realer Betriebsdaten fundierte Entscheidungen über Heizkennlinien treffen lassen – und warum Monitoring und smarte Thermostate dafür die Basis bilden.
Heizungsmonitoring schafft Transparenz über den realen Anlagenbetrieb. Es zeigt, wo Systeme ineffizient arbeiten, wo Einstellungen nicht passen und wo Energie verloren geht. Doch Transparenz allein verändert noch nichts. Die entscheidende Frage lautet: Wie lassen sich diese Erkenntnisse in einem heterogenen Gebäudebestand wirksam in den laufenden Betrieb überführen? Eine zentrale Stellgröße ist dabei der hydraulische Abgleich – ein bekanntes, aber in der Praxis oft nur unzureichend umgesetztes Instrument.
Wärmeversorgung verstehen, bevor man optimiert: In vielen Bestandsgebäuden fehlen verlässliche Daten über die tatsächliche Leistung der Heizungsanlage – das macht jede Optimierung zum Blindflug. Der Beitrag zeigt, warum digitales Heizungsmonitoring zum Fundament moderner Betriebsführung wird: Es schafft Transparenz über den realen Anlagenzustand, ermöglicht datenbasierte Entscheidungen und ist die Voraussetzung für wirksame, wirtschaftlich tragfähige Effizienzmaßnahmen in der Wohnungswirtschaft.
Bei den Berliner Energietagen 2025 standen praxistaugliche und kosteneffiziente Technologien für den Gebäudebestand im Mittelpunkt. Experten aus der Wohnungswirtschaft zeigten auf, wie sich mit geringem Investitionsaufwand im wahrsten Sinne des Wortes messbare Energieeinsparungen erzielen lassen.
Die Wohnungswirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: Klimaneutralität erreichen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum sichern. In diesem Spannungsfeld kristallisiert sich Mieterstrom zunehmend als vielversprechende Lösung heraus, die in der Lage zu sein scheint, die beiden Ziele zu vereinen.
Beim Thema Energie kann einem in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft derzeit schwindelig werden. Mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), ihren kurzfristigen Umsetzungsfristen und kaum erreichbaren Fördermitteln, ist die Branche am Anschlag. Dennoch: Rasant gestiegene Energiekosten lassen sich nicht wegdiskutieren, ebenso wenig wie der notwendige Beitrag der Immobilienwirtschaft an der Energiewende. Fakt ist: Von den knapp 19 Millionen Wohngebäuden in Deutschland ist der Löwenanteil mit rund 12,4 Millionen Gebäuden 1979 oder früher errichtet worden – und damit mindestens 44 Jahre alt.
Nachhaltigkeit steht für weit mehr als das Bewahren eines Zustands. Sie kann auch ein entscheidender Innovationstreiber sein. Eine Branche, die davon profitieren könnte, ist die Gebäudewirtschaft: Will diese das Ziel einer weitgehenden Klimaneutralität bis 2045 erreichen, muss sie rasch eine gründliche Transformation durchlaufen.
Gebäudeeigentümer und Verwalter stehen vor diversen Herausforderungen beim Versuch, den Gebäudebestand energieeffizient und nachhaltig zu bewirtschaften. Kurzfristige Ergebnisse mit nachhaltiger Wirkung lassen sich durch Modernisierungen nicht erreichen. Die Digitalisierung der Energiewende ist der Schlüssel, um den Wohnungsbestand möglichst schnell und gering-investiv energiesparend und effizient aufzustellen.
Das Thema Energiesparen hat in diesem Jahr eine neue Relevanz bekommen. Ausgelöst durch Russlands Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Versorgungs- und Energiekrise, hat das Thema deutlich an Fahrt aufgenommen. Bewährte Technologien aus dem Einfamilienhaus-Kontext können auch aus einem Mehrparteienhaus schnell ein Smart Building machen. Dr. Dirk Then erläutert, welche Möglichkeiten sich daraus für die Klima- und Energiesparziele in Deutschlands Gebäudebestand ergeben.
Im Gebäudebestand liegt riesiges Energie-Einsparpotenzial – darin sind sich Expert:innen sowie Branchenbeteiligte einig. Doch ohne die professionelle Wohnungswirtschaft kann die Energie- und Wärmewende nicht gelingen. Um das von der Politik geforderte Ziel zu erreichen, sämtliche CO2-Emissionen in Deutschland bis 2045 und in Europa bis 2050 auf „netto null“ zu drücken, werden größere Anstrengungen notwendig sein.