Mieterstrom: Schlüsselelement für klimaneutrale Wohnungswirtschaft und bezahlbare Mieten
Die Wohnungswirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: Klimaneutralität erreichen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum sichern. In diesem Spannungsfeld kristallisiert sich Mieterstrom zunehmend als vielversprechende Lösung heraus, die in der Lage zu sein scheint, die beiden Ziele zu vereinen. Dr. Dirk Then, CEO der noventic group, sieht in Mieterstrom einen wesentlichen Baustein für die Transformation der Branche: „Die Integration erneuerbarer Energien in die Gebäudeversorgung ist essenziell. Dabei ist Digitalisierung ein wesentlicher Baustein: Sie schafft die notwendige Verbrauchstransparenz und optimiert Energieflüsse, um wirtschaftlich attraktive und klimafreundliche Angebote für Eigentümer und Bewohner zu realisieren.“

Die Energiewende geht alle an
Eine breite Akzeptanz ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Mieterstrom senkt Energiekosten für Mieter, steigert die Attraktivität der Immobilie und bindet Vermieter und Mieter als Partner im Klimaschutz ein“, erläutert Dr. Then. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Projekte basiert dabei auf einem ausgewogenen Kosten-Nutzen-Verhältnis:
Der Erfolg hängt davon ab, dass Investitions- und Betriebskosten niedrig bleiben und möglichst viel selbst erzeugter Strom lokal verbraucht wird.
Neue Rolle für die Immobilienwirtschaft
Für die Immobilienwirtschaft bedeutet dies einen fundamentalen Wandel: vom reinen Stromverbraucher zum Prosumer. Die Herausforderung liegt dabei vor allem in der wirtschaftlichen und rechtssicheren Umsetzung neuer Konzepte, von der Netzdienlichkeit durch Laststeuerung über z. B. Speicherlösungen bis hin zur Einbindung von Angeboten wie bspw. dynamischen Tarifen. „Wenn Gebäude nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch produzieren, und er vor Ort verbraucht und ggf. ins Netz zurückgespeist wird, steigt die Bedeutung von Immobilien in der Energiewende um ein Vielfaches. Das sichert zudem langfristig ihre Wirtschaftlichkeit für Wohnungsunternehmen, weil lokale Ressourcen optimal genutzt und neue Ertragsquellen erschlossen werden“, betont Dr. Then.

Lösungen sind bereits vorhanden
Die technologische Basis für diese Transformation ist bereits heute verfügbar. „Vieles, was auf diesem Weg nötig sein wird, ist heute schon verfügbar – von intelligenter Mess- und Zählertechnik bis zu Prosumer- bzw. Mieterstrommodellen. Für alle Bedürfnisse gibt es die richtigen Partnerunternehmen“, erklärt Dr. Then. „So schaffen Wohnungsunternehmen frühzeitig die notwendigen Strukturen, um künftige Geschäftsmodelle effizient einzubinden. Diese werden auf dem Weg zunehmend wichtiger für die erfolgreiche Bewirtschaftung der eigenen Liegenschaften.“
Wirtschaftlicher Einsatz von Energie ist essenziell
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Zusammenspiel von Dekarbonisierung und Digitalisierung. „Wir werden nie dauerhaft überschüssige Energie haben“, gibt Dr. Then zu bedenken. „Deshalb ist es essenziell, Energie immer möglichst wirtschaftlich einzusetzen und Verbräuche und Angebote im Sinne optimaler Effizienz zu steuern.“
Die digitale Infrastruktur übernimmt dabei eine Schlüsselfunktion:
Sie schafft Transparenz, ermöglicht die intelligente Steuerung von Verbräuchen und bereitet das Gebäude auf netzdienliche Funktionen vor. So kann der Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien in der Gebäudeversorgung ökonomisch und ressourceneffizient gelingen.
Regulatorische Vorgaben als Leitplanken
Der regulatorische Rahmen für diese Entwicklung wird hauptsächlich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) und das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) gesteckt. Dr. Then plädiert in dieser Gemengelage für einen ausgewogenen Ansatz: „Die Legislative sollte Bewährtes weiterentwickeln, dabei aber stets die Offenheit für neue Technologien sicherstellen.“ Als Beispiel nennt er das Smart-Meter-Gateway: „Das Smart-Meter-Gateway ist ein Beispiel für hohe Sicherheit, die im Strombereich wichtig ist. Doch nicht alle Anwendungen erfordern ein solch kostspieliges System. Je nach Einsatzbereich können flexiblere, kostengünstigere Lösungen vollends genügen. Technologische Offenheit ist daher der Schlüssel. Am Ende müssen sich die wirtschaftlichsten Ansätze durchsetzen, solange sie die Ziele – wie etwa die CO₂-Reduktion – erreichen.“

Fazit
Mit Blick auf die Zukunft sieht Dr. Then Mieterstrom daher als integralen Bestandteil klimaneutraler Gebäude: „Diese Konzepte schaffen nicht nur die Basis für die Integration erneuerbarer Energien, sondern stabilisieren auch lokale Stromnetze und tragen damit zur Versorgungssicherheit bei.“ Entscheidend ist dabei, vom eigentlichen Ziel her zu planen: eine gangbare Roadmap zur Klimaneutralität und damit die Integration der erneuerbaren Energien in die Gebäudeversorgung. Durch die Verbindung von Dekarbonisierung und Digitalisierung entsteht so ein zukunftsweisendes Modell, das ökonomische und ökologische Ziele in Einklang bringt.