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Themenbeitrag

Hamburger Grundschüler auf Klima-Rallye

Schulausflüge ins Klimahaus nach Bremerhaven sind etwas Besonderes: Aufregend, weil das eben die Natur von Schulausflüge ist. Spannend, weil das Klima von einer abstrakten zu einer erlebbaren Größe wird. Deshalb lädt die noventic Hamburger Viertklässler zu einem eindrucksvollen Tagesausflug entlang des 8ten Breitengrades durch unterschiedliche Klimazonen ein.

Wie sehr der Klimawandel und die Sorgen darum Kinder und Jugendliche bewegt, erleben wir seit Monaten an jedem Freitag. Dann gehen Schülerinnen und Schüler auf die Straße anstatt in die Schule. Sie fordern von Politik und Wirtschaft, das umzusetzen, was sie sich in Resolutionen, Abkommen und Gesetzen vorgenommen haben. Der Erfolg dieser Bewegung ist überwältigend: Sie fing mit einer 15-Jährigen an, die alleine mit einem Schild in Stockholm vor dem Parlament saß. Heute sind es mitunter mehrere Millionen, die weltweit für den Klimaschutz auf die Straße gehen.

„Ganztagsschule Fährstraße“ in Hamburg-Wilhelmsburg

Aber berührt dieses Thema schon Grundschulkinder? Bekommen sie davon überhaupt etwas mit? Ja, sagt Jochen Grob, und er muss es schließlich wissen. Der Pädagoge leitet eine Grundschule im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Hier, in einem wirtschaftlich eher schwächeren Stadtteil der Hansestadt, haben zwar viele Menschen andere Sorgen und Nöte als den Klimawandel: finanziell über die Runden zu kommen, Zeit, Raum und Angebote für die Kinder zu organisieren. Das Thema Umweltschutz und Klima bewegt Kinder und Eltern aber auch.

Damit seine Schülerinnen und Schüler Wissens- und Erlebenswertes zum Klima erfahren, hat die noventic group die Viertklässler dieser Wilhelmsburger Schule eingeladen zu einem Tagesausflug ins renommierte Klimahaus in Bremerhaven. Die Unterstützung ist wichtig, da es sich sonst einige Familien nicht leisten können, ihr Kind auf so eine Reise zu schicken.

Schulleiter Jochen Grob im Ziegen-Gehege der Ganztagsschule

Mit der kleinen Hilfe aber klappt es. Und das ist auch wichtig, denn die Debatten ums Klima gehen nicht spurlos an Zehnjährigen vorbei. „Wenn Schüler den Kinderkanal gucken mit seinen Nachrichten, dann erfahren sie schon eine Menge“, weiß Grob, eben auch zum Klimawandel. Größere Kinder werden freitags auch schon mal von einem Elternteil von der Schule abgeholt, um gemeinsam auf die Demo zu gehen. Und wie schnell das Thema in den Alltag von Grundschülerinnen und -schülern geraten kann, erkennen die schon bei der Pflege ihres Schulgartens. „Wenn es da sechs Wochen nicht geregnet hat und die Kinder ständig wässern müssen“, erzählt der Pädagoge, „dann fragen die natürlich schon nach, wie das denn kommen kann.“ Überhaupt seien Viertklässler, so Grob, „schon ganz schön pfiffig und wissen, was in der Welt vor sich geht“.

Das ist meistens eine lange Geschichte. Und ein komplexes Thema. Zu komplex für den normalen Schulunterricht. Abhilfe schafft ein Besuch im Klimahaus Bremerhaven. Das ist ein futuristischer Bau am Hafenrand, in dem auf 11.500 Quadratmetern so ziemlich alles zu erfahren ist, was man über die verschiedenen Klimaregionen der Welt, vor allem aber über Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels erfahren kann. Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, so der offizielle Name, ist eine weltweit einzigartige Wissens- und Erlebniswelt zu den Themen Klima, Klimawandel und Wetter. Die Einrichtung gilt in Sachen Klimaerlebniswelt als globaler Vorreiter. Entlang des 8. Längengrades gehen die Besucher auf Weltreise und erleben die Klimazonen der Erde auf beeindruckende Weise hautnah. Schüler werden direkt angesprochen: „Du durchquerst fünf Kontinente und neun Orte. Du wirst schwitzen, frieren, staunen und lachen und vor allem Menschen aus aller Welt treffen, die aus ihrem Alltag erzählen und berichten, wie das vorherrschende Klima ihr Leben beeinflusst.“

Schulleiter Jochen Grob erläutert das pädagogische Konzept der Ganztagsschule auf einem Rundgang über das Gelände

Besonders für Kinder ist das ein Eldorado des Wissens. Hier können sie sich auf die Spur des Klimas in der Geschichte der Erde machen. Sie erfahren von seinen natürlichen Ursachen bis zu dem vom Menschen gemachten Klimawandel und seiner möglichen Folgen. Hier spüren sie der Einzigartigkeit des Planeten Erde nach und der besonderen Rolle, die wir Menschen in ihrer Geschichte einnehmen. Und hier entdecken sie, wie Forscher die Entwicklung des Klimas in der Erdgeschichte enträtseln. Sie sehen die Auswirkungen von Klima auf die Regionen der Welt und die Menschen, die dort leben.

Mit Hilfe unterschiedlicher Darstellungsformen und interaktiver Angebote werden Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, über die Bedeutung dieses großen Themas ganz persönlich nachzudenken. „Didaktisch ist das sehr gelungen dort“, sagt der Pädagoge Grob, „man macht tatsächlich eine Reise um die Erdkugel.“ Besonders wichtig für den Grundschullehrer: „Das Ganze wird kommuniziert über Videos von anderen Kindern, die erzählen, wie sie leben, was sich durch das Klima für sie verändert.“ Denn auch für Zehnjährige gilt: Man kann gar nicht genug darüber wissen.