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Themenbeitrag
Jan-Christoph Maiwaldt, CEO der noventic und Axel Gedaschlo, Präsident des GdW

Miteinander vernetzen – voneinander lernen

Im Zuge der Digitalisierung wachsen Energiewirtschaft und Immobilienbranche weiter zusammen. Welche Chancen neue Technologien den Unternehmen aus beiden Wirtschaftszweigen eröffnen, wurde auf der diesjährigen E-world in Essen, der wichtigsten Fachmesse der Energiewirtschaft, einmal mehr deutlich. Das Zusammenwachsen von Submetering und Smart Metering ist hierfür nur ein Beispiel.

Von Jan-Christoph Maiwaldt, CEO der noventic group

Die Digitalisierung in der Energiewirtschaft schafft nicht nur die wesentlichen Voraussetzungen für eine ressourceneffiziente und damit klimaschonende Energieversorgung – sie revolutioniert auch das Wohnen. Axel Gedaschko, Präsident des GdW, größter Branchendachverband der Wohnungswirtschaft, hat das aus meiner Sicht sehr treffend zusammengefasst: „Die digitale Revolution ist der Motor für die Zukunft des Wohnens in Deutschland.“ Ich möchte ergänzen: Und eben genauso für die Bewirtschaftung von Immobilien.

Passend dazu wurden in der kürzlich veröffentlichten GdW-Studie „Wohntrends 2035“ die Entwicklungsperspektiven für die kommenden Jahre benannt: Der jetzt anlaufende Rollout der Smart Meter Gateways bieten der Wohnungswirtschaft, aber auch der Energiewirtschaft Chancen, neue Geschäftsmodelle zu etablieren und neue Kooperationspartner zu gewinnen. Der vielbesprochene Smart Meter Rollout rückt das Metering näher an das kleinteilige Submetering im Gebäude; Eröffnet Bestandshaltern beispielsweise durch eigene Infrastrukturinvestitionen die Beteiligung an der Wertschöpfung der Gebäudeenergieversorgung und darüber hinaus. Die Digitalisierung der Immobilienbranche wird somit zur treibenden Kraft in den smarten Quartieren und Städten – und für die sie versorgende Energiewirtschaft. Sie muss neue Anforderungen sowohl an gesellschaftlicher Integration und Partizipation als auch an die Energieversorgung und Infrastruktur für Mobilität erfüllen. Vernetzung mit und zwischen den Menschen, aber auch die Erfassung, Auswertung und Nutzung erhobener (Verbrauchs-) Daten, bilden dafür die Grundlage.

Eröffnung der Tour am Stand der noventic group caption: Eröffnung der Tour am Stand der noventic group

Die digitale Revolution rund um die Immobilie

Um zu erkunden, was das konkret bedeutet und wie dieses Zusammenwachsen gestaltet werden kann, hat die noventic group Entscheider, Innovatoren und Experten beider Branchen auf der E-world zusammengebracht. Wir luden Axel Gedaschko sowie rund 20 wohnungswirtschaftliche Vertreter auf eine Tour über die Messe ein, um auf Augenhöhe mit Vertretern aus der Energiewirtschaft in den Austausch zu kommen:

Startpunkt der Tour war der gemeinsame Messestand der noventic group mit den noventic Töchtern KALO und SMARVIS sowie der noventic Beteiligung Power Plus Communications AG (PPC). Ingo Schönberg, Vorstandsvorsitzender der PPC, stellte mit dem ersten BSI-zertifizierten Smart Meter Gateway (SMGW) den Start in die digitalisierte Immobilie vor: Den Brückenschlag zwischen Gebäude und dem Internet der Dinge, die Verknüpfung zwischen Effizienzzielen und dem Wunsch nach Sicherheit und Komfort. Den Blick nach vorne gerichtet, diskutierten die Besucher die Chancen, die sich der Wohnungswirtschaft aus dem SMGW als hochsichere Kommunikationszentrale eröffnen: Über die Controllable-Local-Systems (CLS)-Schnittstelle können intelligente Geräte und Anwendungen im Internet der Dinge kostengünstig angebunden und Smart-Metering-Prozesse effizient und spartenübergreifend gebündelt werden. Damit entsteht dank offener Datenplattformen und standardisierten Schnittstellen ein CLS-Ökosystem, in dem hochsensible Daten sicher übertragen werden – die optimale Infrastruktur auch für eine sektorübergreifende Nutzung intelligenter Dienste.

Diskussion am Stand des BSI zur Sicherheit der Smart Meter Gateway Infrastruktur caption: Diskussion am Stand des BSI zur Sicherheit der Smart Meter Gateway Infrastruktur

Die Tour führte über sehr unterschiedliche Stationen. In Halle 4 – dem Cluster für Startups und politische Institutionen – erläuterten Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die zentralen sicherheitsrelevanten Notwendigkeiten der SMGW-Zertifizierung – und warum diese zu einem so langen Weg zur ersten Zertifizierung geführt haben. Susanne Schmelcher, Senior Expert Engineer der Deutschen Energie-Agentur (dena) für den Bereich „Energy-Efficient Buildings“, stellte weiterführende Perspektiven für die Energiewende in städtischen Wohnquartieren vor – und die Bedeutung, diese Transformationsprozesse eng vernetzt mit allen Stakeholdern zu gestalten.

Diskussion am Stand der dena caption: Diskussion am Stand der dena

In Halle 3 – Ort der großen Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerkeverbunden sowie Infrastruktur- und Softwareanbietern – trafen wir Carl-Ernst Giesting, Senior Vice President Retail Executive Committee beim Netzbetreiber und Energieanbieter Innogy. Die Show-Cases und Diskussionsthemen an dieser Station: innovative Konzepte für Wohnquartiere und E-Mobilitätskonzepte sowie Smart Home-Anwendungen im Kontext der professionellen Wohnungswirtschaft. Welche Lösungen sind im Umfeld von Wohnungsunternehmen machbar, bezahlbar und sinnstiftend?

Quartierskonzepte der Innogy  caption: Quartierskonzepte der Innogy

Paul-Vincent Abs, Geschäftsführer von E.ON Metering, informierte über die Bedeutung von intelligenten Messsystemen als zentrale technologieoffene Plattform. Auch er unterstrich die Bedeutung spartenübergreifender Metering-Angebote für beide Industrien: der Wohnungs- und der Energiewirtschaft.

Stephan Kiermeyer, Geschäftsführer der noventic Tochter KALO und Frank Reschke, Geschäftsführer der noventic Tochter SMARVIS, diskutierten abschließend konkrete Mehrwerte aus Submetering-Angeboten als Teil eines spartenübergreifenden, intelligenten Metering-Netzwerkes. Ob im Full-Service oder als Enabler der Selbstabrechnung, ob für Wohnungsunternehmen oder als ‚White Label‘ für kommunale Versorger: Die kommenden Veränderungen des regulatorischen Rahmens im Blick – dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende auf der einen, der Energy Efficiency Directive (EED) auf der anderen Seite – skizzierten sie Lösungswege anhand von heute schon umgesetzten, konkreten Projekten. Die KALO mit einem beispielhaften Projekt in Rüsselsheim: Hier werden über ein PPC-SMGW die Verbrauchsdaten aus dem Submetering und Smart Metering gebündelt verschiedenen Anwendungen bereitgestellt. Die SMARVIS anhand eines Gemeinschaftsprojekts mit der TEAG Thüringer Energie AG und der PPC: In einer Leipziger Liegenschaft werden Mehrwertanwendungen über das SMGW in der Praxis erprobt – die TEAG nutzt dabei die Kompetenz und Infrastruktur zur Selbstabrechnung der SMARVIS.

Neue Partner für die Kompetenzplattform der noventic group

Schon früh haben wir mit der noventic group die technologieoffene und interoperable Vernetzung von Gebäuden geprägt. Die E-world zeigte einmal mehr, dass die Vernetzung auch branchenübergreifend gedacht werden muss. Deshalb agieren wir zunehmend auch als Kompetenzplattform, die Unternehmen der Gruppe mit Partnern aus unterschiedlichen Branchen verbindet. Auf der Messe ist es uns gelungen, Top-Entscheider aus der Wohnungs- und Energiewirtschaft zusammenzubringen, die sich für Innovation, Digitalisierung und Lösungen zur Erreichung der Klimaziele einsetzen, um voneinander und miteinander zu lernen.