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Klimaschutzgesetz & verschärfte Klimaziele: Bedeutung für den Gebäudesektor

Bis zum Jahr 2050 soll Deutschland – über alle Sektoren hinweg – klimaneutral sein. So das Ziel, das EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen im Europäischen Green Deal formuliert hat. Die Zwischenziele auf dem Weg zur Klimaneutralität hat die EU-Kommission jetzt weiter verschärft: Bis 2030 sollen die Emissionen um 55 Prozent gesenkt werden; das derzeit noch gültige Reduktionsziel beträgt 40 Prozent. Nachdem die Bundesregierung kürzlich im Klimaschutzbericht positiv über die Erreichung der festgelegten Ziele für 2019 berichtet hat, wird die europäische Wirtschaft nun vor größere Herausforderungen gestellt.

Die im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziele für 2019 wurden erreicht, das ursprüngliche Ziel für 2030 rückte in erreichbare Nähe – auch durch die aufgrund der Corona-Krise gesunkenen Wirtschaftsleistung. Im aktuellen Klimaschutzbericht konkretisierte die Bundesregierung das auch für den Gebäudesektor: Hier war bereits die Hälfte des Weges geschafft.

Nun wurde das Ziel verschärft: Statt 40 Prozent sollen 55 Prozent bis 2030 eingespart werden. Um das zu schaffen, setzt die EU-Kommission auf verschiedene Maßnahmen: Das bestehende Instrument des Emissionshandels soll nachgeschärft und ausgeweitet werden. Da die Zertifikatspreise stetig teurer werden, steigt der Druck auf Unternehmen in neue, klimaschonende Technik zu investieren. Laut den Plänen der Kommission soll das Emissionshandelssystem außerdem neben dem Verkehr auch auf den Gebäudesektor ausgeweitet werden.

Digitalisierung & Wirtschaftlichkeit für klimaneutrale Gebäude – das Klimaschutzgesetz

Das Thema Wirtschaftlichkeit wird auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand ein immer wichtigeres Thema für Immobilienunternehmen. Die Digitalisierung der Gebäudeinfrastruktur ist hier ein relevanter Hebel. Zentraler Baustein ist der im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende festgeschriebene Smart Meter Rollout: Smart Meter Gateway (SMGW) sind nicht nur digitale Messinfrastruktur, sie sind elementarer Baustein zur Vernetzung von Gebäuden mit dem Internet der Dinge, Bestandteil einer intelligenten Stromversorgung und der Integration erneuerbarer Energien in die Gebäudeversorgung. Für das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor und für die Bezahlbarkeit von Wohnraum.

Der Anfang 2020 gestartete Smart Meter Rollout öffnet auch die Tür zu neuen digitalen Geschäftsmodellen: Mithilfe bestehender und neuer Mess-Infrastrukturen, über das vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie zertifizierte SMGW. Für die Erreichung des Klimaschutzgesetzes, zur Sicherung der Ziele kostenintensiver energetischer Sanierungen; zur optimalen Energiebereitstellung im Gebäude und zur Integration erneuerbarer Energien; zur Befähigung der Menschen, ihren eigenen Verbrauch zu reflektieren und bewusst über ihr Verhalten zu entscheiden – als Kontrapunkt zu dem in Fachkreisen vielfach zitierten Rebound-Effekt im sanierten Wohnraum. Das SMGW ist Meilenstein und Grundpfeiler für die Digitalisierung der Energiewende im Gebäudebereich.